30.09.2017     12:30–13:30

Journal Lecture 1 – Geographische Zeitschrift
Oikopolitik – für eine Sozialgeographie des Wohnens im Anthropozän

Art:
Journal Lectures (JL)

Wohnen ist – so die These des Vortrags – im Anthropozän zu einem Schauplatz der Oikopolitik geworden, in der sich die Privatsphäre des Wohnens, der oikos, mit der Ökosphäre des Planeten verschränkt. Die ökologische Aufklärung der letzten Jahrzehnte hat nicht nur gezeigt, wie bedroht die Erde als Wohnstätte bzw. als „safe operating space for humanity“ ist, sondern auch das alltägliche Wohnen in Bezug auf diese planetarische Krise problematisiert. Dadurch ist die Wohnung zu einem zentralen Schauplatz ökologischer Modernisierung geworden. Der Vortrag untersucht ökologische und digitale Experimente in sog. smart homes und zeigt auf, wie neue sozio-technische Designs das Wohnen verändern. Die Aufmerksamkeit für technische Vermittlungsinstanzen, interfaces und boundary objects erlaubt es, eine Brücke zwischen Ansätzen zur Governance großtechnischer Systeme und Earth System Governance einerseits und Studien zur Gouvernementalität von Selbstführungen andererseits zu schlagen. Anstatt unvermittelt vom Kleinen zum Großen, von Mikro zu Makro, von der Privat- zur Ökosphäre zu springen, schlägt der Vortrag im Anschluss an Konzepte der Akteur-Netzwerk-Theorie vor, den infrastrukturellen Netzen zu folgen, die diese Bereiche miteinander verbinden.

30.09.2017
12:30–13:30

Journal Lecture 1 – Geographische Zeitschrift
Oikopolitik – für eine Sozialgeographie des Wohnens im Anthropozän

Art:
Journal Lectures (JL)

Wohnen ist – so die These des Vortrags – im Anthropozän zu einem Schauplatz der Oikopolitik geworden, in der sich die Privatsphäre des Wohnens, der oikos, mit der Ökosphäre des Planeten verschränkt. Die ökologische Aufklärung der letzten Jahrzehnte hat nicht nur gezeigt, wie bedroht die Erde als Wohnstätte bzw. als „safe operating space for humanity“ ist, sondern auch das alltägliche Wohnen in Bezug auf diese planetarische Krise problematisiert. Dadurch ist die Wohnung zu einem zentralen Schauplatz ökologischer Modernisierung geworden. Der Vortrag untersucht ökologische und digitale Experimente in sog. smart homes und zeigt auf, wie neue sozio-technische Designs das Wohnen verändern. Die Aufmerksamkeit für technische Vermittlungsinstanzen, interfaces und boundary objects erlaubt es, eine Brücke zwischen Ansätzen zur Governance großtechnischer Systeme und Earth System Governance einerseits und Studien zur Gouvernementalität von Selbstführungen andererseits zu schlagen. Anstatt unvermittelt vom Kleinen zum Großen, von Mikro zu Makro, von der Privat- zur Ökosphäre zu springen, schlägt der Vortrag im Anschluss an Konzepte der Akteur-Netzwerk-Theorie vor, den infrastrukturellen Netzen zu folgen, die diese Bereiche miteinander verbinden.