Programmpunkt

12:45–13:00

Titel: Korrelation von EEG Spektren, Konnektivität, und informationstheoretischen Maßen mit subjektiv berichteten psychologischen Zuständen im Epilepsie-Monitoring
ID: FV 09
Art: Abstractvortrag
Session: Freie Vorträge II

Referent: Yvonne Höller (Akureyri/IS)


Abstract - Text

Fragestellung: Das Elektroencephalogramm (EEG) erfasst elektrische Korrelate von Gehirnaktivität. Somit spiegelt 
das EEG Zustände wie Erregung, Stress und Stimmung wider, und bekanntermaßen auch neurologische 
Phänomene wie einen epileptischen Anfall. Allerdings ist sehr wenig darüber bekannt, ob subjektiv bewertete psychologische Zustände auf individueller Ebene in Beziehung zu EEG Phänomenen gesetzt werden können. Die vorliegende Studie untersucht die Korrelation quantitativer EEG Maße mit einer hochfrequenten, systematischen Erhebung psychologischer Zustände im Epilepsie Monitoring.


Methoden: Die hochfrequente, systematische Erhebung psychologischer Zustände wurde technisch mittels
 einer Web-basierten Software für die Aufzeichnung und Analyse derselben umgesetzt, dem Synergetic Navigation System (SNS). Jedem Teilnehmer wurde ein Tablet zur Verfügung gestellt, womit der Teilnehmer viermal täglich einen Fragebogen mit acht Items beantwortete. Diese Selbstauskunft wurde alle 5 Stunden, vor den Essenszeiten (6:30, 11:30, 16.30) und um 21:30, durchgeführt. Aus dem EEG wurden quantitative Maße für Spektren, gerichtete Kopplung (directed coupling), und Entropie berechnet. Inner-Subjekt Korrelationen zwischen EEG-Maßen und
psychologischen Zuständen wurden mit der nicht-parametrischen Spearman Korrelation berechnet und mittels nichtparametrischer Randomisierungstest auf Signifikanz geprüft.


Ergebnisse: Es wurden 21 Patienten (12 Frauen, 9 Männer, medianes Alter 29 Jahre, Variationsbreite 18-74 Jahre) im 
Epilepsie Monitoring rekrutiert. Bei einzelnen Teilnehmern konnten signifikante Korrelationen zwischen Fragen, die 
sich auf Veränderungen der Stimmung oder Stress beziehen, und quantitativen EEG Maßen festgestellt werden.


Schlussfolgerungen: Die vorliegende Studie belegt die Durchführbarkeit einer Korrelation von quantitativen EEG Maßen mit subjektiv berichteten psychologischen Zuständen im Rahmen des Epilepsie Monitorings. Um die Hypothese zu
 überprüfen, ob diese (oder andere) EEG Maße psychologische Zustände widerspiegeln, sollten weiterführende
 Studien mit Stichproben durchgeführt werden, die eine höhere Variabilität der psychologischen Zustände über den Messzeitraum aufweisen.