Programmpunkt

16:18–16:24

Titel: VSI Patient Education für Aufklärungen vor epilepsiechirurgischen Eingriffen
ID: P 09
Art: Postervortrag
Session: Ablative Verfahren (Epilepsiechirurgie und Laser) / Netzwerke (EEG und MRI, source localization)

Referent: Patrick M. House (Hamburg/DE)


Abstract - Text

Hintergrund und Fragestellung:

Es ist bislang nicht systematisch untersucht, welche Aufklärungsstrategie für epilepsie-chirurgisch zu operierende Patienten am besten geeignet ist. Um dem Patienten sein Gehirn im Ganzen, die zu operierende Läsion und den operativen Zugang laienverständlich zu demonstrieren, bedient sich der aufklärende Arzt Hilfsmitteln wie MRTs und CCTs, meist dargestellt auf einem PC-Bildschirm, oder Gehirnmodellen aus Kunststoff. Gar nicht untersucht ist, ob und wie der Einsatz von Mixed, Augmented oder Virtual Reality zur 3-dimensionalen Illustration im Vergleich zu den üblichen visualisierenden Hilfsmitteln hierfür geeignet ist.

In der vorliegenden prospektiven, unverblindeten, randomisierten und kontrollierten klinischen Studie soll untersucht werden, ob die Verwendung der Mixed Reality Brille HoloLens® (Microsoft®) mit der Software VSI Patient Education (VSI-PE, apoQlar®, www.vsi.health) bei der Aufklärung vor epilepsiechirurgischen Eingriff der Verwendung eines Gehirnmodells aus Kunststoff überlegen ist. Ein Votum der Ethikkommission liegt vor.

 

Methoden:

Von 8/2018 bis 4/2019 wurden bzw. werden mindestens 20 konsekutive geeignete epilepsiechirurgisch zu operierende stationäre Patienten, randomisiert nach gerader/ungerader interner Krankenhaus-Patientennummer auf 2 Gruppen verteilt, in die Studie eingeschlossen. In beiden Gruppen kommen nach der üblichen Aufklärung die Hilfsmittel VSI-PE und Gehirnmodell nacheinander zur Anwendung. Die Gruppen unterscheiden sich in der Reihenfolge der Anwendung der Hilfsmittel; Gruppe 1: VSI, dann Gehirnmodell, Gruppe 2: Gehirnmodell, dann VSI. Die Anwesenheit eines Angehörigen ist erwünscht, jedoch nicht obligat. Der Patient muss die Aufklärung intellektuell und sprachlich selber verstehen können.

Nach der Aufklärung erfolgt eine Beurteilung durch den Patienten und ggf. Angehörigen mittels pseudonymisierter Fragebögen zur Prüfung folgender Hypothesen: Patienten fühlen sich durch die Verwendung des VSI-PE: a) besser informiert; b) sicherer und weniger ängstlich; c) in ihrer Entscheidungsfindung bezüglich der OP-Einwilligung gestärkt; d) nach dem neuesten Stand der Technik diagnostiziert und behandelt.

Ergebnisse:

Zum Zeitpunkt der Abstract-Einreichung (12/2018, 10 eingeschlossene Patienten) ist bereits ein deutlicher Trend zur Bevorzugung des VSI-PE zu erkennen.

 

Schlussfolgerungen:

Vorausgesetzt, der sich zum Zeitpunkt der Abstract-Einreichung deutlich abzeichnende Trend zur Bevorzugung des VSI-PE bestätigt sich bei Studienabschluss (4/2019), könnte eine Empfehlung ausgesprochen werden, bei der Aufklärung von epilepsiechirurgisch zu operierenden Patienten das Hilfsmittel VSI Patient Education hinzuzuziehen. Möglicherweise könnte sich zeigen, dass eine solche Empfehlung nur auf bestimmte Patientengruppen (hinsichtlich Alter, Geschlecht, Beruf, Bildung oder Diagnose) zutrifft. Auch wenn sich keine VSI-PE Präferenz ergeben sollte, werden die Gründe hierfür zu diskutieren sein.