Programmpunkt

15:48–15:54

Titel: Eslicarbazepinacetat in der Therapie von therapierefraktären primär generalisierten Epilepsien
ID: P 77
Art: Postervortrag
Session: Symptomatische Epilepsien / Status epilepticus / Psyche und Epilepsie

Referent: Thomas Vieth (Mainz/DE)


Abstract - Text

  1. Einleitung

Im Unterschied zu fokalen Epilepsien ist die Auswahl an Medikamenten und epilepsiechirurgischen Verfahren bei primär generalisierten Epilepsien deutlich eingeschränkt. Deswegen ist der Einsatz der Antikonvulsiva mit neuen Wirkmechanismen für die erfolgreiche Behandlung von therapierefraktären primär generalisierten Epilepsien erforderlich. Wir präsentieren unsere Daten zur Effektivität von Eslicarbazepinacetat (ESL), einem neuen Natriumkanalblocker, in dieser Indikation.

  1. Methoden

Im Rahmen des Mainzer Epilepsie-Registers (MAINZ-EPIREG) haben wir die Daten zur Effektivität und Sicherheit der ESL-Therapie bei Patienten mit therapierefraktären primär generalisierten Epilepsien ausgewertet.

  1. Ergebnisse

In unserem Epilepsiezentrum wurden 9 Patienten mit primär generalisierten Epilepsien mit ESL als Zusatztherapie behandelt. Das durchschnittliche Alter lag bei 37 +/- 6 Jahren. Die mittlere Tagessdosis lag bei 800mg/d (maximal 1600mg/d).. Es zeigte sich eine ca. 40% Anfallsreduktion. Zwei Patienten wurden anfallsfrei. Die mittlere Therapiedauer betrug 24 Monate. Bei einem Patient (11,1%) wurde eine Hyponatriämie beobachtet. Ein Patient (11,1%) entwickelte Schwindel bei einer Kombination von ESL mit Lamotrigin, der sich nach der Dosisreduktion von 1200mg/d auf 800mg/d komplett zurückbildete. Andere Nebenwirkrungen wurden nicht beobachtet.

  1. Diskussion

Unsere Daten sprechen dafür, dass ESL bei Patienten mit einer therapierefraktären primär generalisierten Epilepsie weitere Vorteile in der Behandlung dieser Erkrankung bringen kann. Um den Effekt und die Sicherheit von ESL bei dieser Epilepsieform besser beurteilen zu können, sind weitere Studien an größeren Patientenkollektiven erforderlich.