Programmpunkt

16:54–17:00

Titel: Neue Antikonvulsiva in der Behandlung eines therapierefraktären Status epilepticus bei Post-Stroke-Epilepsie
ID: P 88
Art: Postervortrag
Session: Symptomatische Epilepsien / Status epilepticus / Psyche und Epilepsie

Referent: Thomas Vieth (Mainz/DE)


Abstract - Text

  1. Einleitung

Die Therapie des Status epilepticus bei Post-Stroke-Epilepsie ist aufgrund der multiplen vaskulären Komorbiditäten und des fortgeschrittenen Alters der Patienten mit verschiedenen Herausforderungen verbunden. Für die erfolgreiche Therapie dieser lebensbedrohlichen Erkrankung ist ein differenzierter Einsatz von Antikonvulsiva mit neuen Wirkmechanismen entscheidend.

 

  1. Methoden

Im Rahmen des Mainzer Epilepsie-Registers (MAINZ-EPIREG) wurden Daten zur Effektivität der neuen Antikonvulsiva bei Patienten mit Status epilepticus bei Post-Stroke-Epilepsie ausgewertet. Folgende Substanzen wurden bei dieser Auswertung berücksichtigt: Brivaracetam (selektiver SV2A-Agonist), Perampanel (AMPA-Antagonist) und Lacosamid (langsame Inaktivierung der Natriumkanäle).

 

  1. Ergebnisse

Von 22 Patienten mit therapierefraktärem Status epilepticus bei Post-Stroke-Epilepsie wurden 10 Patienten (45,5%) mit Lacosamid, 7 (31,8%) mit Perampanel und 5 (22,7%) mit Brivaracetam behandelt. Das Alter von Patienten lag bei 69 +/- 4 Jahren. Der Median der Anzahl der bereits verabreichten Antikonvulsiva vor dem Einsatz eines der oben aufgeführten Substanzen lag bei 3. Lacosamid wurde bis 400mg/d, Brivaracetam bis 200mg/d und Perampanel bis 16mg/d hochtitriert. Die Beurteilung der Effektivität erfolgte anhand der Anfallsfreiheit innerhalb von 48 Stunden seit Beginn der Therapie mit jeweiligem Antikonvulsivum. Sie lag bei 40,0% für Brivaracetam, bei 42,9% für Perampanel und bei 60,0% für Lacosamid (p<0,05).

 

  1. Diskussion

 Anhand unserer Daten kann davon ausgegangen werden, dass der Einsatz von Lacosamid mit einer besseren Effektivität in der Therapie eines therapierefraktären Status epilepticus bei Post-Stroke-Epilepsie einhergeht. Die langsame Inaktivierung der Natriumkanäle als Wirkmechanismus von Lacosamid hat möglicherweise vorteilhafte Effekte in der Behandlung dieser ätiologischen Entität von Status epilepticus.