Programmpunkt

Titel: Triage innerhalb 10 Minuten? Erfolgreiche Prozessumstellung durch Wechsel des Triagesystems von MTS auf ESI. Ein Erfahrungsbericht aus einer ZNA der erweiterten Notfallversorgung.
ID: P10
Art: ePoster
Session: Selbststudium Poster
Qualitätssicherung, Ökonomie und Prozesse

Referent: Johannes Böer (Sindelfingen/DE)


Abstract - Text

Abstract-Text (inkl. Bildunterschriften und Referenzen)

Einleitung:
Die Vorgabe des G-BA zur Teilnahme an der stationären Notfallversorgung schreibt eine standardisierte Ersteinschätzung innerhalb von 10 Minuten nach Eintreffen vor. Am Standort lag der Mittelwert bis zur Triage 2018 bei 12,6 Minuten, so dass verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung angestoßen wurden.


Material/Methode:
In der Literatur finden sich Hinweise, dass  MTS-Triage einen höheren Zeitbedarf hat und mehr Schulungsbedarf für die Mitarbeiter bedeutet. Zudem verzichtet ESI für die weniger dringlichen Patienten auf die Erhebung von Vitalparametern und fordert lediglich die Erhebung der Parameter Herz- und Atemfrequenz sowie Sauerstoffsättigung. Die Prozessumgestaltung wurde mit Ziel der Reduktion des Zeitbedarfs bis Abschluss Triage initiiert.


Ergebnisse:
Über "ESI-Workshops" erfolgte die Schulung der Pflegemitarbeiter auf ESI, dank der Vorerfahrung mit elektronisch unterstützter MTS-Triage war die Umstellung ohne Probleme möglich. Der Anmeldeprozess wurde umgestellt mit primärer Triage am Koordinationstresen mit Anschaffung von mobilen Pulsoxymetern. Nach der Umstellung konnte der Mittelwert bis Abschluss Triage von 12,6 auf 5,8 Minuten verbessert werden. 75% der Patienten waren nach 2 Minuten triagiert (vor Intervention 12 Minuten). 


Schlussfolgerung:
Triage soll Patientensicherheit herstellen, wenn mehr Patienten als Ressourcen vorhanden sind. Der Zeitaufwand für die Triage muss so gering wie möglich sein, insbesondere für nicht dringliche Patienten. Im MTS zeigt die Erfahrung, dass bei Zeitdruck der Anteil nicht korrekt abgearbeiteter Pfade ansteigt und der Zeitaufwand höher ist . Eine Umstellung der Triage auf ESI kann durch Zeitersparnis zur Zielerreichung der 10 Minuten Grenze beitragen.