Programmpunkt

Titel: Evaluation der im Rahmen des ESEG-Projektes implementierten Pflichtelemente für ein EDV-gestütztes Ersteinschätzungssystem in interdisziplinären zentralen Notaufnahmen
ID: P19
Art: ePoster
Session: Selbststudium Poster
Versorgungsforschung in der Notfallmedizin und Rettungsmedizin

Referent: Nermin Avan (Offenbach/DE)


Abstract - Text

Abstract-Text (inkl. Bildunterschriften und Referenzen)

Einleitung


Im Rahmen des Projekts "Erkennung und Steuerung epidemiologischer Gefahrenlagen (ESEG)" werden die Echtzeitdaten aus der MTS basierten und EDV-gestützten Ersteinschätzung als Datengrundlage für die Entwicklung eines Frühwarnsystems zur Abwehr epidemiologischen Lagen verwendet. Zur Standardisierung wurden Anamnesefelder angepasst und Pflichtfelder im Bereich der Vitalwerterhebung implementiert. Zusätzlich wurden weitere Module, wie ein spezifisches Reiseanamnese-Modul, implementiert.


Methode


Um die Modifikationen und Anpassungen des Triageprozesses in den Kliniken evaluieren zu können, wurde eine Befragung des triagierenden Personals durchgeführt. Der anonymisierte Fragebogen (Tabelle 1) umfasst 10 Fragen (halboffen und offen) und es bestand die Möglichkeit, eigene Anmerkungen einzubringen oder auf die Fragen nicht zu antworten.


Ergebnisse


Ein häufiger Personalwechsel wirkt sich ungünstig auf die Triagequalität aus. 89 % haben angeben, dass die Eingabequalität insbesondere von unerfahrenem Triage-Personal negativ beeinflusst wird. Bei 58% treten während des Ersteinschätzungsprozesses häufig Unterbrechungen auf. Allerdings zeigt sich, dass die Triagedauer keine Ursache für die Störanfälligkeit des Prozesses darstellt. Die häufig genannten Ursachen (Telefonate; Nächste Patienten, Kollegen etc.) können in der Praxis schlecht vermieden werden. Insgesamt besteht eine hohe Zufriedenheit (62%) mit den Triage-Eingabefeldern.


Schlussfolgerung und Ausblick


Der Ersteinschätzungsprozess im Rahmen der ESEG-Studie wurde evaluiert und angepasst. Verbesserungsvorschläge für den Triageprozess sind  u.a. ein eigener Triage-Raum und vermehrte Schulungstermine (Abbildung 1). Nun muss analysiert werden, ob mit Hilfe von Auswertestrategien basierend auf den Grundlagen des Maschinellen Lernens es möglich ist, aus Ersteinschätzungs-Routine-Daten Hinweise zu erhalten, die frühzeitig die Entwicklung einer möglichen  endemischen Gefahrenlagen anzeigen kann. Die aktuell noch anhaltende SARS-CoV-2 Pandemie kann dafür wertvolle Daten liefern.


Diese Arbeit ist Teil des Konsortiums ESEG "Erkennung und Steuerung Epidemischer Gefahrenlagen, gefördert durch den Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) [ESEG Projekt, Fördernummer 01VSF17034].


Literatur


Pin, M., Dodt, C., Somasundaram, R. et al. Positionspapier zur Ersteinschätzung in integrierten Notfallzentren. Notfall Rettungsmed 21, 492–495 (2018). https://doi.org/10.1007/s10049-018-0479-7.