Programmpunkt

14:50–15:00

Titel: Das pädiatrische Polytrauma: Der Stellenwert der Luftrettung und die Auswahl der geeigneten Zielklinik
ID: V06
Art: ePoster-Vortrag
Redezeit: 5 + 5 min
Session: Postersitzung

Referent: Felix Bläsius (Aachen/DE)


Abstract - Text

Abstract-Text (inkl. Bildunterschriften und Referenzen)

Fragestellung:


Das schwerstverletzte Kind ist ein seltener Fall und eine große Herausforderung für den Notfallmediziner. Der Einfluss der Luftrettung auf das Outcome polytraumatisierter Patienten wird regelmäßig kontrovers diskutiert. Insbesondere für pädiatrische Patienten liegen nur wenige widersprüchliche Studienergebnisse über den Einfluss des Transportmittels, mehrheitlich aus den USA und mit kleinen Fallzahlen, vor. Darüber hinaus ist die Wahl der geeigneten Zielklinik ein einsatztaktischer Faktor, der durch die Ausweisung spezialisierter kindertraumatologischer Referenzzentren (Weißbuch der DGU®) stärker in den Fokus rücken wird. Ziel ist regionale Bündelung und Bereitstellung spezialisierter Strukturen, um das Outcome schwerstverletzter Kinder zu verbessern.


Ziel unserer Studie war es daher, den Einfluss des Rettungsmittels und der Versorgungsstufe auf die Mortalität schwerstverletzter pädiatrischer Patienten zu untersuchen.


Methodik:


Durchführung einer multivariaten Regressionsanalyse mit der Krankenhausmortalität als primärer Endpunkt und dem RISC II Score als Korrekturfaktor für die beobachtete Mortalität. Es wurden in einer ersten Analyse der bodengebundene mit dem RTH-Transport verglichen. In einer zweiten Analyse wurden die verschiedenen Versorgungsstufen (ÜTZ, RTZ, LTZ) miteinander verglichen.


Ergebnisse und Schlussfolgerungen:


2.755 pädiatrische Patienten (Alter 9 ± 5 Jahre) aus dem Traumaregister DGU® konnten in die Analyse eingeschlossen werden. Sekundäre Verlegungen wurden ausgeschlossen, die Transportmodalität und die Versorgungsstufe mussten dokumentiert sein. Der mittlere ISS betrug 19,1 ± 11,5 Punkte. Wir wiesen eine statistisch signifikante Reduktion des Mortalitätsrisikos für schwerstverletzte Kinder durch den Transport mittels RTH nach. Außerdem beobachteten wir eine 4-fach höhere Mortalität in LTZs im Vergleich zu ÜTZs. Die vorliegenden Daten unterstützen die Anstrengungen der Etablierung spezialisierter Traumazentren für die Versorgung schwerstverletzter Kinder und zeigen einen Überlebensvorteil für Kinder, die primär in ein ÜTZ transportiert wurden. Weiterhin zeigen unsere Daten, dass Kinder mit physiologischen Veränderungen (RISC II) von der Luftrettung profitieren.