Programmpunkt

18:14–18:21

Titel: Patient Ventilator Asynchrony bei Patienten mit nicht-invasiver Langzeitbeatmung
ID: KV16
Art: Kurzvortrag
Redezeit: 4 + 3 min
Session: Kurzvorträge 2
Therapie und Grundlagen der SBAS

Referent: Simon Herkenrath (Solingen/DE)


Abstract - Text

Fragestellung

Im Rahmen einer nicht-invasiven Beatmungstherapie (NIV) kann es zur sogenannten "patient-ventilator asynchrony" (PVA) kommen. Nachdem die SomnoNIV-Gruppe diesbezüglich eine einheitliche Definition vorschlug (Gonzalez-Bermejo et al. Thorax. 2019 Jul;74(7):715-717), haben wir untersucht, wie häufig PVAs bei Patienten mit etablierter NIV-Therapie auftreten und eine Therapieoptimierung implizieren.

Patienten und Methoden

Patienten mit chronisch ventilatorischer Insuffizienz zur stationären Kontrolle ihrer etablierten NIV unterzogen sich ergänzend zu klinischen Routineuntersuchungen einer Polysomnographie (PSG). Anhand der PSG wurden PVAs identifiziert und im Falle einer kumulativen Ereignisdauer von ≥5% der gesamten Schlafdauer (TST) als relevant definiert. Eingang in die Analyse fanden nur jene Patienten, deren TST in der PSG mindestens 3 Stunden betrug. Eine Therapieoptimierung wurde auf Basis eines im Vorfeld definierten Kriterienkataloges in Abhängigkeit der verschiedenen PVAs durchgeführt.

Schlussfolgerungen

Bei fast der Hälfte der Patienten mit etablierter NIV traten PVAs in relevantem Ausmaß auf. Es ist daher durchaus sinnvoll, eine ergänzende schlafmedizinische Diagnostik zum Ende einer NIV-Therapieeinleitung und/oder im Rahmen einer Kontrolle ergänzend durchzuführen.

Ergebnisse

Die Daten (Median [Quartil1;Quartil3]) von 98 Patienten (58 Frauen, Alter 65 [58;70] Jahre, BMI 37 [30;42] kg/m²) mit verschiedenen Grunderkrankungen (55 Obesitashypoventilationssyndrom, 34 COPD, 6 restriktive Lungenerkrankung, 2 neuromuskuläre Erkrankungen) und einer medianen Dauer der Beatmungstherapie von 30 [18;60] Monaten wurden analysiert. Bei 44 (45%) Patienten lag mindestens ein Typ von PVA über eine Dauer von 5% oder mehr der TST vor, die eine entsprechende Therapieanpassung nach sich zog. Die mit Abstand häufigste PVA war Ineffective Effort (35 Patienten), gefolgt von Uncoupling (6 Patienten) und Premature Cycling (5 Patienten), wobei es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Grundkrankheiten gab.