Programmpunkt

16:51–16:56

Titel: UPPP mit Tonsillektomie zur Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe. Welchen Einfluss hat das Tonsillenvolumen auf das Behandlungsergebnis?
ID: P54
Art: ePoster
Redezeit: 1 + 4 min
Session: ePoster Diskussion 5
Diagnostik und Therapie der SBAS

Referent: Thomas Verse (Hamburg/DE)


Abstract - Text

Fragestellung

Es gibt Hinweise darauf, dass eine Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP) zur Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) effektiver ist, wenn präoperativ noch Gaumentonsillen vorhanden sind.


Ziel dieser Arbeit war es, den Einfluss der klinischen Tonsillengröße (TG) und des absoluten Tonsillenvolumens (TV) auf die durch die Operation erzielte Änderung des Apnoe-Hypopnoe-Index (Delta-AHI) zu untersuchen.

Patienten und Methoden

Eingeschlossen wurden 308 Patienten, die in Zeit von April 2015 bis September 2019 eine komplette diagnostische Polysomnographie unter Standardbedingungen erhalten und wegen ihrer SBAS im Sinne einer Uvulopalatopharyngoplastik mit Tonsillektomie operiert wurden. Präoperativ wurde neben den biometrischen Daten die klinische Tonsillengröße nach Friedman bestimmt. Intraoperativ erfolgte die Volumenbestimmung mit der Wasserverdrängungsmethode. Die postoperative Nachuntersuchung erfolgte 2-3 Monate postoperativ inklusive Polysomnographie nach Standardbedingungen.

Schlussfolgerungen

Die Studie belegt eindrucksvoll die Relevanz der Tonsillengröße für das Ergebnis der Weichgaumenchirurgie zur Behandlung der obstruktiven OSA. Je größer die Tonsillen, desto besser das zu erwartende Ergebnis.

Ergebnisse

Datensätze von insgesamt 162 Patienten (125 Männer und 37 Frauen) mit kompletten Follow-up in unserer Klinik wurden gesammelt. Tabelle 1 zeigt die präoperativen Durchschnittswerte (± Standardabweichung).


























 



N



Alter (Jahre)



BMI       (kg m-2)



AHI



ESS



TG (Grad)



TV         (ml)



alle



162



47,5 ± 10,7



29,6 ± 4,0



28,9 ± 23,6



9,8 ± 4,6



2,07 ± 0,8



7,63 ± 3,4



 


Der AHI konnte für die gesamte Gruppe um 15,3 ± 17,0 gesenkt werden (p<0,001), das entspricht einer Reduktion um 39,3%. Die chirurgische Erfolgsrate (Reduktion des AHI um mindestens 50% und unter einen festen Wert von 20) kann mit 54,3% angegeben werden.


Die Reduktion des AHI sowohl für die gesamte Nacht, wie auch in Rückenlage zeigte eine hoch-signifikante Abhängigkeit von TG und TV (Tab. 2).