Programmpunkt

16:56–17:01

Titel: Verbesserung der Schlaf- und Lebensqualität nach Multi-level-Chirurgie bei OSA
ID: P55
Art: ePoster
Redezeit: 1 + 4 min
Session: ePoster Diskussion 5
Diagnostik und Therapie der SBAS

Referent: Björn Beckedorf (Hamburg/DE)


Abstract - Text

Fragestellung

Schlafbezogene Atmungsstörungen haben großen Einfluss auf die körperliche und seelische Gesundheit des Patienten. Operative Therapieverfahren gehören zum Therapiespektrum. Daten bezüglich der objektiven Verbesserung der Lebensqualität nach chirurgischem Eingriff sind rar. Die vorliegende Arbeit untersucht die Veränderung der Lebensqualität nach Multi-Level-Chirurgie bei Schlafapnoe bei Patienten mit CPAP-Unverträglichkeit

Patienten und Methoden

Eingeschlossen wurden 97 Patienten mit OSA, bei denen aufgrund einer CPAP-Intoleranz eine Multi-Level-Chirurgie zwischen November 2014 und März 2020 durchgeführt wurde. Einschlusskriterium war eine bisher nicht chirurgisch therapierte, obstruktive Schlafapnoe, sowie ein Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) oder ein Respiratory Disturbance Index (RDI) von mindestens 5 (n/h) mit typischen Komorbiditäten und / oder typischer Begleitsymptomatik oder ein AHI von mindestens 15 (n/h). Zur Beurteilung der Lebens- und Schlafqualität wurden prä- und postoperativ folgende Testinstrumente eingesetzt: Epworth Sleepiness Scale (ESS), Pittsburgh Schlafqualitäts Index (PSQI) und die deutschen Version der Short Form-36 Health Survey (SF-36) mit den zwei Hauptsubskalen psychische Summenskala (psk) und körperliche Summenskala (ksk). Die Nachuntersuchungen erfolgten 2-3 Monate postoperativ.

Schlussfolgerungen

Es ließ sich eine signifikante Steigerung der Lebens- und Schlafqualität nach erfolgter und gemäß AHI erfolgreicher Multi-Level-Chirurgie nachweisen, die Tagesmüdigkeit wurde signifikant reduziert. Insgesamt zeigte sich auch eine deutlich überwiegend gleichgerichtete Korrelation unter den Testinstrumenten. Jedoch verdeutlichen die Zahlen auch, dass die subjektive Wahrnehmung nicht zwangsläufig mit den objektiven PSG Parametern einhergehen.

Ergebnisse

In die Auswertung wurden schlussendlich 83 Patienten einbezogen. Es ließ sich im Vergleich prä- zur postoperativ sowohl eine signifikante Reduktion der ESS um 4,57 (±4,29) Punkte (p=0,000, rs=0,55) und des PSQI 3,16 (±3,89) Punkte (rs=0,48, p=0,000) als auch eine Erhöhung der SF-36 Subskalen, der ksk um 3,28% (±6,52%) (rs=0,32, p=0,000) und der psk um 7,74% (±9,83%) (rs=0.49, p=0,000) dokumentieren.
Hierbei zeigte sich eine signifikant positive Korrelation der Reduktionen zwischen ESS und PSQI von rs=0,642 (p=0,000). Außerdem zeigte sich eine negative signifikante Korrelation zwischen ESS/PSQI und Steigerung der psk (mit ∆ESS rs=-0,276, p=0,016) (Korrelation zu ∆PSQI rs=-0,374, p=0,001) andererseits. Bei signifikant gesunkenem AHI von 10,07 (±13,28) n/h (p=0,000) zeigte sich keine Korrelation zur nachgewiesenen Reduktion der ESS, des PSQI oder Steigerung der psk oder ksk.