Programmpunkt

15:45–16:00

Titel: Prävalenz schlafbezogener Atmungsstörungen bei Long-COVID
ID: V05
Art: Vortrag
Redezeit: 12 + 3 min
Session: Symposium 12
Telemedizinische Diagnostik in der Schlafmedizin unter COVID-19

Referent: Simon Herkenrath (Solingen/DE)


Abstract - Text

Fragestellung

Erste Studien zeigen, dass eine erhebliche Anzahl von Patienten mit durchgemachter COVID-19-Infektion noch Monate nach ihrer Erkrankung an Symptomen wie Fatigue, Luftnot oder thorakalen Schmerzen leiden. Wir führten diese Studie durch um die Häufigkeit schlafbezogener Atmungsstörungen (SBAS) bei Long-COVID zu untersuchen beziehungsweise bei Patienten mit etablierter CPAP-Therapie deren Effektivität zu überprüfen.

Patienten und Methoden

In dieser Studie wurden Long-COVID-Patienten eingeschlossen, die sich einer stationären Rehabilitation unterzogen und im Rahmen dessen eine diagnostische Polysomnographie erhalten haben.

Schlussfolgerungen

Bei Long-COVID liegt die Prävalenz einer OSA in unserer Stichprobe bei 28% und damit über dem gesamtdeutschen Durchschnitt. Das diagnostische Portfolio bei Long-COVID sollte daher ein Screening auf das Vorliegen von SBAS beinhalten.

Ergebnisse

Bislang wurden 60 Patienten (25 Frauen) wurden untersucht. 28% der Long-COVID-Patienten ohne vorbekannte SBAS wiesen einen AHI ≥15/h auf (20% mittelschwere Schlafapnoe und 8% schwere Schlafapnoe). Dabei handelte es sich ganz überwiegend um eine obstruktive Schlafapnoe (OSA). Ein relevantes Ausmaß zentraler SBAS war nicht festzustellen. Hinweise auf eine anhaltende Gasaustauschstörung nach COVID-19 ergaben sich bei einer SpO2 t<90% von 0 %TIB nicht. Die Patienten mit vorbestehender CPAP-Therapie zeigten eine akzeptable Suppression der SBAS mit stabiler mittlerer O2-Sättigung.