Programmpunkt

10:15–10:25

Titel: Distal Tibial Nail – OP-Technik und Indikationsspektrum
ID: KV 12
Art: Kurzvortrag
Redezeit: 7 + 3 min
Session: Kurzvorträge – Neue Techniken in der Traumatologie

Referent: Philipp Appelmann (Mainz)


Abstract - Text

Seit 2008 wurde der Retrograde Tibia Nagel am Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in mehrere Prototypen-Stufen entwickelt und im Rahmen von biomechanischen Studien und Leichenimplantationen erprobt. Ziel war es, unter Schonung des Knies und Aussparung der Markhöhle ein intramedulläres und minimalinvasives Osteosyntheseverfahren zu etablieren und evaluieren.

Der Distale Tibia Nagel (DTN) verbindet die Anforderungen eines minimal-invasiven chirurgischen Verfahrens mit der Fähigkeit einer sicheren Frakturfixierung. Biomechanische Testungen belegen eine gute Stabilität für axiale und eine exzellente Stabilität für Torsionsbelastungen. Der Nagel gewährleistet eine stabile Osteosynthese für Frakturen bis zu 7 cm proximal des  tibiotalaren Gelenkes. Mögliche Indikationen für den Distalen Tibia Nagel sind daher weit distal gelegene Tibiaschaftfrakturen (AO/OTA 42-A-C), distale extraartikuläre metaphysäre Tibiafrakturen (AO/OTA 43-A1-3) und, in Kombination mit einer zusätzlichen Zugschraubenosteosynthese, distale Tibiafrakturen mit einfacher intraartikulärer Beteiligung (AO/OTA 43-C1/C2).

Der Distale Tibia Nagel ist in Japan bereits als Medizinprodukt zugelassen. Die erste klinische Anwendung erfolgte im Januar 2017. Erläuterungen und Hinweise zur Implantation des Nagels, der mittels Zielinstrumentarium über den Innenknöchel eingebracht wird, werden vorgestellt. Darüber hinaus können erste klinische Fallbeispiele präsentiert und diskutiert werden.