Programmpunkt

10:45–10:55

Titel: Vermeidung von zusätzlichen lokalen Traumatisierung und Optimierung der OP-Ergebnisse durch die minimal invasive Behandlung von Kompressionsfrakturen mittels der Kyphoplastie mit extradünnen Zugangstroakaren
ID: KV 14
Art: Kurzvortrag
Redezeit: 7 + 3 min
Session: Kurzvorträge – Neue Techniken in der Traumatologie

Referent: Dzmitry Dabravolski (Selb)


Abstract - Text

Fragestellung. Bei klassischer Kyphoplastie beim Zugang mit herkömmlichem großen Troackaren entstehen oft neue Verletzungen des Knochen- und Weichteilgewebes,  insbesondere bei Patienten mit kleineren Pedikel und Wirbelkörper, v. a. an oberer und mittlerer BWS. Um das zu verhindern, wurden bei uns neue speziell entwickelte extradünne Zugangstroakare mit  kleinerem Durchmesser eingesetzt. Ziel dieser Präsentation - Besonderheiten der Methodik, OP-Technik, Problematik, Ergebnisse der Behandlung von über 480 Patienten mit dieser modernen Methode zu präsentieren.

 

Methodik. Alle behandelten Patienten hatten therapieresistente Kompressionsfrakturen in einem, zwei  oder mehreren (bis max. 9) Etagen an der BWS und LWS bei Osteoporose.

Es wurden spezielle neu entwickelte extradünne Zugangstroakare und Repositionsballons verwendet. Vorteile: in Unterschied von herkömmlicher Technik ist es nicht nötig Y-Nadel und Führungsdrähte zu benutzen – Zeitersparnis, OP-Zugang ist schonender, lokale Traumatisierung ist minimal. Zugang   bds. trans-/extrapedikulär. Biopsie, Anbohrung, Reposition der Fraktur/Kyphose mit Ballons und Auffüllen des Wirbelkörpers mit Zement durch speziellen dünnen Zementkanülen. Nach Ausharten des Zements- Entfernung der Zugangsthroakare. Follow ups in 1, 7 T., 3, 6, 12, 24 (noch nicht bei allen) Mon. postoperativ: Rö.-Befund, Angaben auf der visuellen Analgoskala (VAS) für Rückenschmerzen, der Einsatz von Schmerzmitteln, Beeinträchtigung der Lebensqualität, Zufriedenheit.

 

Ergebnisse.7 Jahre (2011-2018) - 480 Patienten (311 w., 169 m., Alter 18–103 J., Durchschnittsalter von 67,9 Jahren) mit insgesamt 1704 Wirbelkörper durchschnittlich 3,55 Wirbelkörper/Patient) mit Kompressionsfrakturen behandelt. Man konnte auch bei Mehretagenversorgung mit extra dünnen Ballons unterschiedlicher Länge (10, 15, 20 mm) die Fraktur/Kyphose erfolgreich reponieren, auch im Bereich der oberen BWS (bis BWK 1). Postoperativ: gute Reposition, Schmerzreduktion, Zufriedenheit und Lebensqualitätsverbesserung sofort bei allen Patienten. Nach 3, 6, 12, 24 Mon.- keine Nachsinterung in den operierten Etagen, Patienten berichteten über deutliche/vollständige Rückbildung der Schmerzen (von VAS 7-10 bis auf 0-2). Kein Blutverlust. Komplikationen: geringer Zementaustritt in den Bandscheibenfach bzw. nach lateral in 47 Fällen (nur bei 54 Wirbel), ohne klinischer Relevanz. 58 Patienten wurden bei Frakturen in anderen Etagen 1 mal  nachoperiert, 18 Patienten- 2 mal, 9 Patienten 3 mal (bei massiver Osteoporose).

 

Schlusfolgerung. Kyphoplastie mit extra dünnen Zugangstroackaren stellt für Patienten insbesondere mit kleineren und dünnen Pedikel und Wirbelkörper an der BWS und LWS ein sicheres minimal invasives Verfahren dar, mit wenig Traumatisierung der Weichteile und Knochen, was durch kurz- und langfristige Ergebnisse belegt wurde. Trotz deutlich kleinere und dünnere Zugangsnadel und Ballons lassen sich Frakturen auch in mehreren Etagen gut reponieren und stabilisieren. Wichtig: präzise OP-Technik, präoperative Planung.