Programmpunkt

11:03–11:11

Titel: Degenerative Innenmeniskusschaden und Geometrie des Kniegelenks. Prospektive MRT-Fallstudie
ID: KV 24
Art: Kurzvortrag
Redezeit: 6 + 2 min
Session: Kurzvorträge – Endoprothetik Knie

Referent: Aiste Mockute (Eisenach)


Abstract - Text

Fragestellung: Ziel der Arbeit war es den Zusammenhang zwischen relativer Größe des Innenmeniskus in Bezug zum degenerativen Meniskusschaden zu untersuchen. Da hierzu nur wenige Kenntnisse vorliegen, sollte die vorliegende Arbeit prospektiv diese Zusammenhänge untersuchen. Weiterhin war es Ziel die Durchmesser von Femur und Tibia sowie verschiedene Winkelparameter des Kniegelenkes mit Meniskusschäden zu vergleichen. Ebenso galt es verschiedene anamnestische Faktoren im Bezug zu Meniskusschäden zu analysieren.

Methodik: In der Zeit von 10.10.2017-25.09.2018 haben 646 Patienten in der radiologischen Gemeinschaftspraxis in Eisenach an der MRT-Knie-Studie teilgenommen. Die Anamnese erfolgte durch Fragebögen. Die Daten von 265 Teilnehmern wurden aufgrund von Voroperationen, Trauma, des Vorliegens eines komplexen Meniskusrisses oder einem BMI> 40 in der Studie nicht berücksichtigt. Insgesamt wurden die Daten von 381 Patienten (220 Frauen und 161 Männer) im Alter von 12 bis 82 Jahren (Mittelwert 46,55 ± 16,408 Jahre) analysiert. Die Klassifikation der möglichen Meniskusschäden erfolgt nach den Kriterien von Stoller und Crues.

Ergebnisse: In der Gruppe Stoller II/III wurden höhere Messwerte der Innenmenisken nachgewiesen als in der Gruppe Stoller 0/I. Dieser Unterschied konnte hinsichtlich der Meniskusbreite, der -höhe und des maximalen - Gesamtdurchmessers des Meniskus" als signifikant nachgewiesen werden – vor allem in der Position zwischen Hinterhorn und Pars Intermedia (Stoller II/III 19,2 mm, Stoller 0/I 15,7 mm bei Männern und Stoller II/III 16,6 mm, Stoller 0/I 14,3 mm bei Frauen). Bei Männern zeigte sich ein größerer Unterschied zwischen den Gruppen Stoller 0/I und Stoller II/III. In der Gruppe Stoller II/III waren die Durchmesser des Femurs und der Tibia höher als in der Gruppe Stoller 0/I. Diese Unterschiede waren bei Frauen signifikanter als bei Männern. Die Winkelmessungen (anatomischer -medialer proximaler Tibiawinkel, -lateraler distaler Femurwinkel, -femorotibialer Winkel und Tibial Slope) zeigten keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen Stoller 0/I und Stoller II/III. Der Schwergrad der Meniskusläsionen steigt signifikant mit zunehmendem Alter und BMI. Sport, Beruf, Anamnesedauer und Rauchen zeigten keinen signifikanten Zusammenhang in Bezug zu Meniskusschäden.

Schlussfolgerung: Nach Möglichkeit sollte der Meniskus rekonstruiert werden. Leider versagt die Meniskusnaht in vielen Fällen. Eine mögliche Ursache für das Versagen von Nähten kann ein übergroßer Meniskus sein. Bei der Entscheidung über eine Operation sollte besonders bei Männern die Größe des Meniskus" als bedeutender Faktor berücksichtigt werden.