Programmpunkt

11:35–11:43

Titel: Der bikompartimentelle patientenspezifische Mini-Oberflächenersatz für die Behandlung von therapieresistenten fokalen (osteo-)chondralen Kniegelenksläsionen des mittelalten Patienten – klinische Kurzzeitergebnisse.
ID: KV 28
Art: Kurzvortrag
Redezeit: 6 + 2 min
Session: Kurzvorträge – Endoprothetik Knie

Referent: Clemens Kösters (Greven)


Abstract - Text

Fragestellung

Die Behandlung von fokalen (osteo-)chondralen Kniegelenksläsionen bei mittelalten Patienten ist weiterhin eine Herausforderung. Bei dieser Patientengruppe ist einersseits eine knorpelregerative Therapie häufig frustran und andererseits sind diese Patienten zu jung für eine endoprothetische Versorgung. Diese Studie stellt erste klinische Erfahrungen und klinische Kurzzeitergebnisse eines neuen patientenspezifischen Metalloberflächenersatzes vor.

Methodik

Anhand von einem MRT-Datensatz werden patientenindividuelle Mini-Metalloberflächenersatzimplantate zur Behandlung von fokalen (osteo-)chondralen Läsionen der Trochlea und der Femurcondylen hergestellt (Fa. Episurf, Stockholm, Schweden). Im 3D-Druckverfahren hergestellte Bohrführungen ermöglichen eine maximale Präzision während der Implantation mit Anpassung der Implantationstiefe in 0,2mm Schritten. Die Implantate bestehen aus einer Kobalt-Chrom-Legierung mit Hydroxylapatit-Beschichtung am Implantat-Knochen-Interface. Die Kurvatur der Oberfläche wird individuell an die betroffene Gelenkoberfläche an Femurcondylus oder Trochlea angepasst.

Zwischen Juni 2016  und Dezember 2018 wurden 14 Patienten mit therapieresistenten fokalen (osteo-)chondralen Kniegelenksläsionen im Bereich der Trochlea und an der medialen oder lateralen Femurcondyle mit insgesamt 28 patientenspezifischen Implantaten versorgt und in eine prospektive Studie eingeschlossen. Neben den demographischen Daten werden folgende klinische Scores prä- bzw. postoperativ erhoben: VAS (Schmerzen und Patientenzufriedenheit), KOOS und Forgotten Joint Score.

Die Patienten wurden nach 3 Monaten, 6 Monaten  und 12 Monaten nachuntersucht.

 

Ergebnisse und Schlussfolgerung

 

5 Männer und 9 Frauen wurden eingeschlossen. Das mittlere Alter lag bei 51,5 Jahren (47 -57). Alle Patienten wurden jeweils mit 2 Implantaten an der Trochlea und medialen (1-mal laterale) Femurcondyle versorgt. Bei allen Patienten waren arthroskopische Mikrofrakturierungen frustran geblieben. Korrespondierende tibiale oder retropatellare Knorpelläsionen wurden arthroskopisch und durch einen sog. Damagereport mittels MRT ausgeschlossen. Komplikationen oder Revisionen konnten nicht dokumentiert werden. Die Daten der klinischen Outcome Scores konnten zur Abstract-Einreichung noch nicht komplett erhoben werden.

Intraoperativ bestätigte sich die einfache und sichere Handhabung des Instrumentariums und die hohe Präzision im Hinblick auf das Festlegen der Implantattiefe im Verhältnis zur Knorpeloberfläche. Die klinischen Ergebnisse und die Patientenzufriedenheit unmittelbar postoperativ waren vielversprechend, allerdings stehen die kompletten Daten nach 12 Monaten noch nicht zur Verfügung und die Patientenzahl ist derzeit noch zu gering, um eine statistische Aussagekraft zu haben.